Markenattribute auf neue Produkte übertragen

So wie Tempo der Inbegriff des Papiertaschentuchs ist, hat sich Edding als Bezeichnung für einen Filzschreiber etabliert. Mehr als 500.000 Stifte  des 55-jährigen Familienunternehmens gehen täglich über den Ladentisch bzw. durch den Web-Shop. Zuerst denkt man beim Namen Edding an den großen schwarzen Stift oder die Board-Marker, aber auch Spezialprodukte wie der Hautmarker für den OP-Bereich oder der Stift zum Beschriften von Röntgenbildern gehören seit Jahren zum Portfolio. Allen Stiften haften die gleichen Attribute an: deckstark und nur schwer wieder zu entfernen (wie uns zahlreiche Toilettenzellen, Stromkästen und öffentliche Verkehrsmittel leider auch täglich beweisen).

Edding überträgt die Attribute einer hervorragend etablierten Marke nun in neue Geschäftsfelder. Neben Druckerpatronen sind  jetzt auch Spraydosen im Sortiment. Mein erster Gedanke war, dass Fassadenschmierer zukünftig mit noch besserer Sprühfarbe für ihre Grafiti ausgestattet werden. Aber Edding zeigt uns mit vielen kreativen Ideen und Schritt-für-Schritt Anleitungen auf der Webseite, wie die Spraydose als Mittel zur kreativen Dekoration der Wohnung verwendet werden kann.

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Quelle: www.edding.de

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Quelle: www.edding.de

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Quelle: www.edding.de

Mit viel Aufwand und Umsicht wurde hier eine starke Marke um ein neues Geschäftsfeld erweitert. Ob das mit dem nächsten neuen Produkt, dem Edding-Nagellack, auch funktioniert, werden wir gespannt beobachten.

Quelle: www.edding.de

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Immobilienmakler müssen neue Wege gehen

Neues Gesetz entzieht Maklern die Geschäftsgrundlage

zu_vermietenDie Bundesregierung hat einen neuen Gesetztentwurf vorgelegt, der den Mietkostenanstieg bremsen soll. Ziel ist es, bezahlbaren Wohnraum insbesondere in Ballungszentren zu ermöglichen. Neben einer Begrenzung der möglichen Mietsteigerungen, möchte man den Mieter auch von den Maklerkosten entbinden. Bisher wird ein Makler im Auftrag des Vermieters tätig, rechnet dann aber seine Provision mit dem Mieter ab (i.d.R. zwei Nettokaltmieten). Künftig gilt – wer den Makler bestellt zahlt ihn auch. Da der Makler wohl in den meisten Fällen vom Vermieter mit der Vermittlung beauftrag wird, soll er nun die Kosten tragen. Weil sich die Maklerkosten nur bedingt auf die Miete umlegen lassen, werden sich vermutlich immer mehr Vermieter selber um die Suche nach geeigneten Mietern kümmern.

Wie sehr die Makler sich von dieser Neuerung bedroht sehen, zeigt die intensive Lobbyarbeit der Maklerverbände gegen den neuen Gesetzentwurf.

Vom “Wegezoll” zur Wertschöpfung
Neben vielen schwarzen Schafen, die in der Vergangenheit mit wenig Aufwand ihr Geld verdienen konnten, gibt es genug dienstleistungs- und kundenorientierte Makler die aus den zukünftigen Rahmenbedingungen ein lohnendes Geschäftsmodell entwickeln können.

Im alten Modell wurden die Leistungen hinter der Vermittlungsprovision nicht hinterfragt, und wenn doch änderte dies nichts an der Höhe der Rechnung. Im neuen Modell, wo der Vermieter die Rechnung tragen muss, wird der Makler nicht um eine detaillierte Leistungsbeschreibung umher kommen. Im Zweifel bewertet der Kunde nun den Wert der Leistungen geringer als die zwei Nettokaltmieten, und versucht lieber selber einen neuen Mieter zu finden. Der gute Makler muss nun versuchen dem Vermieter mit einem umfangreichen Leistungspaket sehr viel Arbeit abzunehmen, und somit sein Geld wert zu sein. Mögliche Inhalte eines Rundum-sorglos-Pakets könnten sein:

  • Aufnahme der Immobilie
    • Besichtigung
    • Erstellung von hochwertigen Fotos
    • Aufnahme des Grundrisses
    • Auswertung der Umgebung (Schulen, Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten, etc.)
    • Präferierte Mietergruppe des Vermieters
  • Anbieten der Immobilie in hochwertiger Form
    • Webseite des Maklers
    • Internetportale
    • Inserate in der Lokalpresse
  • Vermittlung der Immobilie
    • Organisation und Durchführung von Besichtigungsterminen
    • Erstellung eines Mieterprofils (Persönliche Situation, Finanzielle Situation, etc.)
    • Erstellung des Mietvertrages
    • Schlüsselübergabe inkl. Übergabeprotokoll

Für Vermieter, welche diese umfangreichen Leistungen nicht in Anspruch nehmen wollen bzw. können, kann ein kleineres Paket als Dienstleistung außerhalb der Maklerprovisionen angeboten werden:

  • Erstellung von hochwertigen Fotos
  • Aufnahme des Grundrisses
  • Einstellung einer Verkaufsanzeige in üblichen Internetportalen (z.B. Immoscout24.de, etc.) im Namen des Vermieters

Wenn dieses kleine Paket auch keine hohen Gewinnmargen bietet, so ist dennoch der Kunde nicht ganz verloren und lässt sich später evtl. Stück für Stück für weitere Leistungen gewinnen.

 

 

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Media Markt & Saturn liefern per Taxi

Media Markt und Saturn haben ein gemeinsames Lieferkonzept mit Intelligent Apps, dem Herausgeber der mytaxi App vorgestellt. Der Kunde kann sich seinen Online-Einkauf innerhalb von einer Stunde per Taxi nach Hause bringen lassen. Der Lieferauftrag wird dabei den bei mytaxi registrierten Taxifahrern angeboten. Diese können dann selbst den Preis bestimmen und sich so die Fahrt sichern.

Ist dies nun eine Marketingaktion, die den beiden Elekronikhändlern der Metro-Gruppe einen innovativen Touch – ähnlich der Lieferung per Drone von Amazon – geben soll, oder steckt dahinter wirklich das Potenzial einen neuen Absatzkanal zu entwickeln? Unterziehen wir das neue Modell dem Business-Schnell-Check:

Was ist das Kerngeschäft?
Zu Media Markt und Saturn geht man in der Regel aus folgenden Gründen:

  • Man möchte eine Ware nicht nur anschauen, sondern anfassen und ausprobieren
  • Man möchte die Beratung eines Verkäufers in Anspruch nehmen
  • Man braucht diesen bestimmten Artikel wirklich JETZT

Möchte man Artikel nur anschauen und vergleichen oder benötigt diese erst am nächsten Tag, gibt es viele günstige Alternativen im Internet. Die Kernkompetenz ist also das Ladengeschäft und nicht der Online-Handel.

Wie groß ist der Markt?
Als Zielgruppe für den neuen Lieferservice kommt der Kunde, welcher den Artikel sofort (und nicht erst morgen) benötigt in Frage. Der Kunde ist aber nicht in der Lage oder Willens sich für diesen Einkauf außer Haus zu begeben. Außerdem ist ihm die Lieferung mindestens 10-20 Euro wert (ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Taxifahrer für weniger Geld die Fuhre übernimmt). An dieser Stelle ist wohl schnell klar, dass es sich um eine sehr kleine Zielgruppe handelt, und mit dem neuen Lieferservice kein nennenswertes Zusatzgeschäft realisiert werden kann.

Fazit
Media Markt und Saturn geben sich mit dem neuen Liefermodell einen innovativen Touch. Der eigentliche Gewinner ist aber mytaxi, da mit dem zusätzlichen Potenzial von Lieferfahrten weitere Taxifahrer auf das Portal gelockt werden.

Und wie hätte man es besser machen können?
Besinnen wir uns auf die Stärke des Ladengeschäfts – die Beratung. Um sich von Online-Konkurrenten wie Amazon abzusetzen könnten Media Markt und Saturn ihre Online-Shops um die Fachberatung per Telefon oder Videochat erweitern. Frei nach dem Motto: “Online kaufen ohne Beratung? – Ich bin doch nicht blöd!”

 

 

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Den Kundenkontakt versilbern

1995 gründete Jeff Bezos das Online-Kaufhaus Amazon und entwickelte es zu einem Internet-Giganten. Über 97.000 Mitarbeiter kümmern sich in 32 Standorten rund um den Globus darum, dass der Online-Kunde seine Bestellung innerhalb kurzer Zeit geliefert bekommt. Es gibt wohl kaum einen Internet-Benutzer, der nicht schon bei Amazon eingekauft hat. Neben den Logistikzentren und der IT-Infrastruktur ist genau das der größte Unternehmenswert von Amazon – der Kundenzugang.
Seit 2000 “verkauft” Amazon seinen Kundenzugang an andere Einzelhändler. Für eine monatliche Grundgebühr von 39 Euro und einer Provision von 7-15% pro verkauftem Artikel können Händler ihre Waren im Amazon Webshop anbieten.

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Quelle: Amazon.de

Wer darüber hinaus Unterstützung bei Versand und Kundenservice benötigt, kann auch hier die Dienstleistungen von Amazon in Anspruch nehmen.

2013 waren bereits mehr als 2 Millionen Händler als Amazon Partner aktiv.

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Mit Sicherheit in einen neuen Markt

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Quelle: Elten.com

Heiner und Jörg van Elten stellen seit vielen Jahren Sicherheitsschuhe her. Eigentlich ein guter Markt – der Bedarf wird durch die Vorschriften der Berufsgenossenschaften geweckt und der tägliche Einsatz in rauer Umgebung sorgt für Verschleiß, was zu einer regelmäßigen Neuanschaffung führt. Leider sind die Schuhe von Elten sehr robust und qualitativ sehr hochwertig, so dass sie nicht so oft ersetzt werden müssen. Also muss ein neues Marktsegment gefunden werden, um weiter zu wachsen. Neben dem klassischen, schwarzen Baustellenschuh bietet Elten nun topmodische Sneakers an. Diese haben die gleiche Ausstattung wie ein normaler Sicherheitsschuh (Stahlkappe, Durchtrittschutz, etc.) und sind in bewährter Elten-Qualität gefertig. Ziel war es aber nicht nur den modebewussten Handwerker zu beglücken, sondern das Marktsegment der Fun-Sportarten zu erobern. Dieses YouTube Video zeigt einen Auszug aus der dazugehörigen Social Media-Kampagne. Ein wichtiges Produktmerkmal für die Zielgruppe ist die ressourcenschonende  und lokale Herstellung. Um dies zu unterstreichen stellt sich der Lieferant Heinen Leder auch entsprechend dar.

Der L10 ist ein schönes Beispiel für die Eroberung eines völlig neuen Marktes. Aus eigener Erfahrung muss ich allerdings von einem Nachteil berichten: ich muss bei jedem Betreten eines Sicherheitsbereiches immer wieder erklären, dass es sich um Sicherheitsschuhe handelt.

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Alltagsprodukt neu belebt

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Quelle: Home Depot

Die US-Baumarktkette Home Depot zeigt, wie man ein wirklich abgehangenes Produkt neu beleben kann. Der Leaktite Big Gripper All Purpose Bucket ist die gelungene Überarbeitung eines Eimers. Neben einem dicken Tragbügel verfügt er über weitere Griffe die das Ausgießen erleichtern. Der unspektakuläre Eimer wurde zum Designprodukt, welches man nun für 7,48 $ verkaufen kann.

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